Fehlgeburt – das Ende eines Traums
Eine Fehlgeburt ist sicher eine der schrecklichsten Erfahrungen, die eine Frau machen kann. Sicher ist es auch für den Partner sehr schlimm, doch die Frau hat von Anfang an eine stärkere Bindung zu dem Ungeborenen, da sie es in sich trägt. Es dauert oft sehr lange, bis ein Paar eine Fehlgeburt
Die Natur hat es so eingerichtet, dass das ungeborene Leben beendet wird, wenn in diesen ersten 12 Wochen ein Fehler bei der Entwicklung auftritt. Der Körper erkennt, dass dieses Kind nicht lebensfähig wäre und beendet die Schwangerschaft. Eine Frau muss sich keine Vorwürfe machen, dass sie die Fehlgeburt durch ihr Verhalten verursacht haben könnte, denn eine Fehlgeburt kann selten verhindert werden. Da die meisten Fehlgeburten im ersten Drittel der Schwangerschaft vorkommen, sollte man Angehörigen möglichst auch erst nach dieser Zeit von der Schwangerschaft erzählen. Nach einer Fehlgeburt steht einer erneuten Schwangerschaft im Grunde nichts im Weg. Man sollte nur ärztlich abklären lassen, ob die Fehlgeburt körperliche Ursachen gehabt haben könnte. Manchmal kommt ein Hormonmangel oder ein Mangel an Folsäure für eine Fehlgeburt in Frage. Diese Mangelerscheinungen können in der Regel durch Medikamente ausgeglichen werden.
In seltenen Fällen liegt auch eine Anomalie der Gebärmutter vor, so dass kein Kind ausgetragen werden kann. Falls keine körperlichen Ursachen in Frage kommen, kann das Paar nach kurzer Wartezeit erneut eine Schwangerschaft anstreben. Einige Frauen möchten es
schnellstmöglich noch einmal versuchen, andere brauchen eine gewisse Zeit, um ihre Trauer zu verarbeiten. Jede Frau sollte selbst spüren, wann und ob sie dazu bereit ist, es erneut zu versuchen. In manchen Fällen kann eine Gesprächstherapie helfen, über den schlimmen Verlust hinweg zukommen, und auch die Familie kann einiges dazu beitragen, um die Trauer zu verarbeiten. Wichtig ist vor allem der Rückhalt und die Fürsorge des Partners. Die Fehlgeburt sollte nicht über thematisiert, aber auch nicht totgeschwiegen werden. Guter Zusammenhalt, viel Zeit zu zweit und offene Gespräche können helfen, diese schwere Phase zu meistern.